Die Vorstandschaft

Die Vorstandschaft wurde wieder einmal verjüngt. Diesesmal besetzen sie auch einige sehr wichtige Ämter, wodurch sie neuen Schwung in den Tennisclub bringen wollen.

Um die neuen Vorständler und deren Ziele vorzustellen führten wir ein Interview mit einem von ihnen.

Herr Reitzenstein, Sie haben ja das höchste Amt der neuen Vorstandsmitglieder angenommen. Könnten Sie sich und auch die anderen neuen Vorstände kurz den Mitgliedern vorstellen?

Bei der vergangenen Mitgliederversammlung konnten wir einen Generationswechsel im Vorstand durchsetzen. Als neue Beisitzerin konnten wir Marlene Steinmassl gewinnen. Sie ist 16 Jahre alt und ist momentan in der 11. Klasse am AKG in Traunstein. Außerdem konnten wir auch erstmals Jugendliche in höhere Vorstandsposten integrieren. Dominik Birnbacher (Birni) ist neuer Jugendwart und will der Bindung und Anwerbung junger Mitglieder neues Leben einhauchen. Er ist 19 Jahre alt und studiert ab dem Wintersemester Geographie und Vwl in München. Ich bin der Alex und bin ab sofort 2. Vorsitzender also laut Satzung mit dem Jens Leistikow gleichberechtigt. Ich bin 20 Jahre alt und studiere in München Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften (Bwl & Vwl). Außerdem bin ich Kapitän der 1. Herrenmannschaft, die nächstes Jahr die hohe Spielklasse bestätigen will.

Sie haben ja bereits einige Verbesserungsvorschläge bei ihrer Wahl vorgebracht. Welchen Ihrer Punkte messen Sie die größte Wichtigkeit zu?

Mein größtes Ziel ist es, das Vereinsgefühl am TC Traunstein weiter auszubauen. Wir müssen erreichen, dass der TC für viele unverzichtbar ist und auch wieder mehr Leute einfach mal abends an unserem wunderschönen Clubheim sitzen bleiben. Für den Fall, dass wir diese Bindung zum Verein verbessern können, lösen sich sicher auch weitere Probleme. Es werden sich hoffentlich langfristig wieder mehr Mitglieder an den Arbeiten am TC beteiligen und sich für die Anlage verantwortlich fühlen. Dazu muss es auch wieder mehr Aktionen jenseits des Tennissports am Verein geben. Die TC Open waren dafür schon ein sehr guter Ansatz.

Daneben bin ich sehr glücklich, dass schon einige meiner Wünsche in die Tat umgesetzt werden:
- Das Arbeitsstundenkonzept wird im weiteren Verlauf des Interviews erläutert.
- Außerdem werden wir ein neues Schloss bekommen und eine Kaution von 10 Euro auf die Schlüssel, so dass wir in diesen Problembereich mehr Ordnung bringen können.
- Was mir auch sehr wichtig war, war die Schaffung des Postens der Frauenbeauftragten, den Jessica Baier einnehmen wird. Wir haben derzeit Probleme, Mädchen und junge Frauen an den Verein zu binden. Dies wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren ändern, damit wir auch wieder Mädchen und Juniorinnenmannschaften melden können.

Haben Sie bereits konkrete Pläne, wie Sie den Verein wieder attraktiv für Neumitglieder und auch interessanter für die aktuellen Mitglieder gestalten wollen?

Wichtig ist, dass wir die Kommunikationsstrukturen verbessern. Es gibt durchaus schon viele gute Ideen und Veranstaltungen, allerdings nehmen daran immer die gleichen Leute teil. Wir haben bei der Mitgliderversammlung besprochen, dass wir unsere Mailverteiler (Hauptverantwortlicher für aktuellen Verteiler: Dominik Birnbacher) und die Präsenz an den Schaukästen am Clubheim verbessern wollen. Dort müssen wir insbesondere vermitteln, dass jeder teilnehmen kann. Des weiteren müssen wir unsere Pressearbeit intensivieren, damit die Traunsteiner auch merken, dass sich am TC wieder etwas bewegt. Es wurde ja heuer schon einen regelmäßigen Tennistreff an jedem ersten Freitag im Monat etabliert. Wir brauchen unbedingt diese Fixtermine, an denen neue Mitglieder viele andere kennenlernen können. Darüber hinaus haben wir heuer schon ein neues Konzept eingeführt, dass klare Kompetenzen verteilt, wer für welche Vereinsmitglieder zuständig ist. An mich sollen sich zum Beispiel alle Mitglieder aus dem Bereich "Herren" wenden.
Ein weiterer Punkt ist die regelmäßige Organisation von gemütlichen Clubabenden, die heuer rege in Anspruch genommen wurden. Dies schärft den Vereinssinn ungemein.

Einen weiteren Punkt, den wir bei der Versammlung schon durchsetzen konnten, ist die Anbringung eines Schildes an der großen Kreuzung. Die meisten Traunsteiner und auch viele gegnerische Mannschaften wissen nicht einmal wo der TCT liegt. Dies ist natürlich kein optimaler Zustand für die Mitgliederwerbung.

Gibt es Pläne wieder mehr mit den Mitgliedern in Kontakt zu treten, um wieder mehr eine Vereinspolitik zu machen, die die Interessen der Mitglieder miteinbezieht?

Wir müssen insbesondere wieder Wege schaffen, alle Mitglieder zu erreichen. Einladungen für Sitzungen werden wieder postalisch versendet, die Onlinepräsenz verbessert. So sind wir seit einigen Wochen auch auf Facebook unter "TC Traunstein" aktiv, um unsere Mitglieder auf dem Laufenden zu halten. Des weiteren schwebt mir seit längerem ein sogenanntes Ampel-Modell vor. Jedem Mitglied wird je nach Vereinsbindung und Aktivität eine Ampelfarbe zugeordnet. Bei der Gefahr eines Austritts sollten wir versuchen, Mitglieder direkt anzusprechen, damit sie uns ihre Probleme mit dem Verein und ihre Unzufriedenheit erläutern können. Dass alle auf uns zukommen, können wir nicht erwarten. Dieses Modell muss allerdings noch eine Mehrheit im Vorstand finden, da es relativ zeitaufwändig für die zuständigen Personen sein kann.

Wäre es dadurch auch möglich wieder eine höhere Beteiligung bei Mitgliederversammlungen zu erreichen, da diese in den letzten Jahren eher Vorstandssitzungen glichen?

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, den Sie da ansprechen. Ich denke, dass auch dieser Punkt in erster Linie ein Vermittlungsproblem ist. Eine Mitgliederversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium eines basisdemokratischen Vereins. D. h. nur dort hat man die Möglichkeit, konkret einzuwirken und Veränderungen herbeizuführen, wenn man unzufrieden ist. Wie die letzte Versammlung zeigt, kann sich sehr viel verändern, wenn einzelne engagierte und ambitionierte Anträge vortragen. Diese Möglichkeit sollte viel mehr ausgeschöpft werden! Und insbesondere sollte man seine Stimme nicht verschenken. Junge Menschen unter 18 Jahren dürfen in Deutschland leider noch nicht an politischen Wahlen teilnehmen. Insbesondere für diese sollte es Anreiz sein, im eigenen Verein schon wählen und die eigene Meinung einbringen zu dürfen. Unter Umständen sollten wir überlegen, Mitgliederversammlungen etwas knapper zu gestalten und z. B. einen beliebten Clubabend anzuhängen.

Sie haben als erste große Amtshandlung gleich die Arbeitsstunden durchgesetzt. Wie wichtig ist Ihnen dieser Beschluss und wie wichtig ist er für Ihr Gesamtkonzept? Ist dies der Schlüssel, um den katastrophalen Zustand der Anlage zu verbessern?

Das Arbeitsstundenkonzept ist sicherlich ein hervorzuhebender Punkt meiner Vereinsphilosophie. Er ist sicherlich nicht alleinige Lösung aber ein gutes Mittel zum Zweck. Ein Verein ist als ein soziales, gemeinnütziges, gesellschaftsbildendes Gebilde zu begreifen. Er kann nur exisitieren, wenn alle zusammenhelfen. Darauf fußend wurde bei der Mitgliederversammlung vereinbart, dass alle Mitglieder eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden pro Jahr ableisten sollten ( Erwachsene 18-65: 5 und Jugendliche 14-18: 2). Um diese Stunden zu erreichen, wird es regelmäßige Möglichkeiten wie Platzdienste geben, an denen alle teilnehmen können und sollen. Bei Nichterfüllung der Arbeitsstunden wird pro nichtgeleisteter Arbeitsstunde ein Pauschalbetrag von 10 Euro am Ende des Jahres eingezogen. So verschafft der Verzicht auf Arbeit für den Verein neuen Investitionsspielraum für Schatzmeister und Vereinsführung. Für das Arbeitsbuch und die Überprüfung der EIntragungen bin ich selber verantwortlich. Dieses Buch wird am TCT ausliegen und nach Familien alphabetisch geordnet sein (Stundenobergrenze für Familien: 10 Stunden). Falls jemand aus verschiedenen Gründen das ganze Jahr nichts beitragen kann und auch nicht zahlen will, werde ich diese besonderen Gründe prüfen ( Krankheit, Auslandsaufenthalt etc.). Ich erhoffe mir eine zwangsläufige Verbesserung der Platzqualität. Es werden definitiv mehr Mitglieder am Ein- und Auswintern teilnehmen und wenn nicht, wird der Verein Gelder bekommen, welche z. B. in eine Instandsetzungsfirma oder neue Arbeitsgeräte investiert werden kann.

Und als letzte Frage, was erhoffen Sie sich von den Mitgliedern?

Ich erhoffe mir von den Mitgliedern, dass sie unser ehrenamtliches Engagement realisieren und honorieren. Wir wollen am TC eine Gemeinschaft, die jedem nützt und an der jeder teilnehmen kann. Daher erhoffe ich mir auch von den Mitgliedern viele kreative und neue Ideen sowie konstruktive Kritik. Zusätzlich erhoffe ich mir, dass das Arbeitsstundenmodell angenommen und rege umgesetzt wird. Wir haben momentan die Chance, den Verein in eine neue Bahn zu lenken. Der TC muss sich den gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen und flexibel auf Neues reagieren. Dies ist nur mit dynamischen, aktiven und kritischen Mitgliedern möglich.
Ich freue mich auf die Saison 2012!!